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Einer unerwünschten Einladung zu folgen kommt einer Lüge gleich

Kennen Sie das? Sie werden zu Freunden eingeladen und haben eigentlich gar keine Lust hin zu gehen. Irgendwie passt es heute nicht und Sie würden viel lieber einen gemütlichen Abend daheim verbringen. Und dennoch folgen Sie der Einladung und nicht Ihrem Bedürfnis zu Hause zu bleiben.

Warum? Das kann verschiedene Ursachen haben, z.B. Gedanken wie

  • „Die Einladung ohne einen guten Grund abzulehnen kann ich nicht bringen.“
  • „Ich kann unmöglich sagen, dass ich keine Lust habe.“
  • „Wenn ich diese Einladung ablehne, halten meine Freunde mich für langweilig und laden mich nie wieder ein.“
  • „Wenn ich die Einladung ablehne, sind meine Freunde enttäuscht und beleidigt.“
  • „Ich möchte meine Freunde nicht anlügen, indem ich sage dass ich keine Zeit habe, also muss ich hingehen.“

Gedanken wie diese und die damit verbundene Angst vor Konsequenzen haben mich in meinem Leben schon oft dazu bewogen, eine Einladung anzunehmen, obwohl ich lieber etwas anderes gemacht hätte. Auf diese Art und Weise dachte ich positiven Einfluss auf die Beziehung zu meinem Gegenüber nehmen zu können. Aber ist das wirklich so?

Nach näherer Betrachtung mit The Work of Byron Katie steht für mich fest: es kommt einer Lüge gleich, einer Einladung zu folgen, wenn mir nicht danach ist. Dabei gaukle ich dem anderen vor, dass ich mich darüber freue, diese Einladung wahrnehmen zu können. Das ist schlichtweg nicht wahr. Ich verschweige, dass ich lieber etwas anderes machen würde.

Meine tatsächliche innere Haltung verberge ich also. Stattdessen tue ich so, als hätte ich Freude an der Einladung. Vielleicht lächle ich noch dabei und bekräftige wie schön es ist, dass ich dabei sein kann. Bisher dachte ich, dass sich das sich positiv auf unsere Beziehung auswirken würde. Ich hatte also geglaubt, mit einer Lüge meine Beziehungen verbessern zu können!

Kann das funktionieren? Um das einschätzen zu können, ist es hilfreich, einen Blick auf die andere Seite zu werfen. Stellen Sie sich vor, Sie haben die Einladung ausgesprochen. Wen möchten Sie nun als Gast begrüßen?

Jemanden, der nur aus Angst vor Konsequenzen zu Ihnen kommt? Jemanden, der sich vor Ihrer Reaktion fürchtet, wenn er absagt? Jemanden, der nur kommt, weil er Sie als Freund nicht verlieren will? Jemanden, der Sie anlügt, indem er Ihnen vorgaukelt es würde ihm Spaß bereiten jetzt gerade bei Ihnen zu sein? Jemanden, der eigentlich gar nicht da sein will?

Die Vorstellung, dass sich zumindest ein Teil der Gäste aus Angst vor Konsequenzen zu mir zu quält und glaubt, so auch noch Beziehungspflege betreiben zu können, bereitet mir Unbehagen.

Mir persönlich ist es wesentlich lieber jemand sagt mir ab, wenn ihm nicht danach ist. Auch wenn das bedeutet, dass man mir klar und direkt sagt „Ich danke dir für deine Einladung, und ich habe keine Lust zu kommen“. Ich schätze es sehr zu wissen, woran ich bin. Auch wenn ich diese Person gerne dabei gehabt hätte.

Wie ist es mit Ihnen? Möchten Sie ehrliche oder unehrliche Freunde? Welche Art von Gästen ziehen Sie vor? Und Hand aufs Herz: würden Sie selbst nicht lieber ehrlich absagen statt unehrlich eine Einladung wahrzunehmen und sich dabei womöglich auch noch den ganzen Abend lang unwohl zu fühlen?

Vielleicht stellen Sie jetzt fest, dass Sie Ehrlichkeit grundsätzlich vorziehen, sich aber dennoch nicht dazu in der Lage sehen. In diesem Fall können Sie sich fragen, was Sie daran hindert, offen, ehrlich und klar auszudrücken, was gerade in Ihnen vorgeht. Und welche Konsequenzen befürchten Sie, wenn Sie es tun?

Hindernisse und befürchtete Konsequenzen können Sie dann mittels The Work of Byron Katie überprüfen. In meinem Workshop Klare Kommunikation geht es unter anderem um dieses Thema.

Das oben Geschilterte gilt übrigens nicht nur für Einladungen. Es trifft immer dann zu, wenn Sie jemandem gegenüber etwas tun, das nicht im Einklang mit Ihren Wünschen und Bedürfnissen ist. Es reicht vom Gespräch mit der Nachbarin im Treppenhaus, das für Ihren Geschmack zu uninteressant ist oder zu lange dauert bis zum „Pflichtbesuch“ zu Weihnachten bei Ihrer Familie.

Falls Sie sich zu Weihnachten hingegen von Herzen auf Ihre Familie freuen, ist alles in bester Ordnung!

Autor:

Mein Motto ist "Mens sana in corpore sano". Mein Ziel ist, die natürliche Balance und damit die Gesundheit eines Menschen wieder herzustellen. Dazu arbeite ich auf allen drei Ebenen Körper, Geist und Seele mit energetischen Heilmethoden.

2 Kommentare

  1. Hallo Christina,

    „zufällig“ finde ich gerade diesen Artikel und habe ihn gerne gelesen.

    Auch ich habe lange dazu tendiert, Einladungen immer anzunehmen, „weil sich das so gehört“. Erst seit kurzem bin ich aktiv dabei, abzusagen, wenn ich nicht kommen möchte. Noch bin ich nicht so weit, dass ich immer ehrlich den Grund nenne, aber es ist mir doch häufig gelungen. Und wer könnte schon ein Gegenargument finden, wenn ich sage, dass es sich für mich nicht gut anfühlt, wenn ich komme?

    Ich hatte in letzter Zeit ein paar Mal den „Fehler“ gemacht, zuzusagen, obwohl ich schon im Moment der Einladung keine Lust hatte. Später dann abzusagen kam mir total feige vor, obwohl ich es durchgezogen habe. Deshalb habe ich mir vorgenommen, immer gleich abzusagen, wenn ich aus irgendwelchen Gründen nicht hingehen möchte. Damit schließe ich auch falsche Erwartungen und Enttäuschungen aus. Und der andere weiß gleich, woran er ist.

    Mir ist es mittlerweile auch lieber, wenn die Leute mir gleich sagen, ob JA oder ob NEIN.

    Viele Grüße

    Gaby

    • Liebe Gaby,

      mir fällt es in einigen Fällen auch immer noch schwer, abzusagen ohne eine der üblichen Ausreden zu verwenden. Seit einiger Zeit nenne ich je nach dem, um wen es sich handelt, nicht radikal den wahren Grund, wenn ich das Gefühl habe die Botschaft könnte beim anderen als Verletzung gesehen werden. Dann sage ich etwas wie „es passt für mich nicht“ oder „mir ist nicht danach“, statt „ich habe keine Lust, dich zu sehen“. So kann ich bei meiner Wahrheit und meiner Integrität bleiben.

      Herzliche Grüße
      Christina

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