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Ein Besuch der Genozid Gedenkstätte in Ntarama

Mit einem der hier üblichen voll besetzten, nach europäischem Standard überfüllten Kleinbusse fahren wir nach Ntarama. Als wir an der Hauptstraße aussteigen, hören wir sofort die inzwischen fast vertrauten Rufe „Muzungu!“ („Weißer“). Eine Gruppe Halbwüchsiger auf aufgestylten Fahrrädern gruppiert sich um uns und begleitet uns ein Stück den ungeteerten, mit terrakottafarbenem Kies bedeckten Weg Richtung Gedenkstätte. Nach einer Weile lassen sie uns alleine weitergehen.

Die Gegend wirkt sehr ruhig und friedlich, doch der Eindruck täuscht. In dieser Gegend gibt es sehr viele Menschen, die den Genozid überlebt haben und heute noch schwer traumatisiert sind. Viele ihrer Familienmitglieder sind in der Kirche von Ntarama ums Leben gekommen. Die Kirche ist heute eine Gedenkstätte des Genozid.

Ntarama Genozid-Gedenkstätte in Nyamata, Ruanda

Ntarama Genozid-Gedenkstätte in Nyamata, Ruanda

1994 hatten sich 5000 Menschen in diese Kirche geflüchtet. Sie dachten, dort vor den Hutus sicher zu sein. Die Kirche ist relativ klein und mir fällt die Vorstellung schwer, wie sie seinerzeit 5000 Menschen auf einmal beherbergt hat. Mit der Zuflucht der Tutsis in der Kirche hatte ein Plan der Hutus funktioniert, die Tutsis alle auf einem Fleck zu versammeln um sie leichter töten zu können. Der Priester, ein Hutu, und einige belgische Missionäre hatten die Warnung unters Volk gebracht, die Hutus seien auf dem Weg in das Gebiet in und um Ntarama. Gleichzeitig hatten sie den Menschen geraten, in die Kirche zu flüchten. Nachdem insbesondere der Priester, obwohl Hutu, so eine vertrauenswürdige Person war, sind viele der Tutsis diesem Rat seinerzeit gefolgt. Der Ausgang war für sie tödlich.

In der Kirche lagern Schädel und Gebeine der Todesopfer, die Wände sind behängt mit ihren Kleidungsstücken. In einem Regal befinden sich Schuhe, auf einem anderen Regalboden Küchenutensilien. Ein paar Halsketten, Rosenkränze, Stifte und eine Brille sind an einer Schnur aufgehängt. Darüber hinaus sind einige der Werkzeuge zu sehen, mit denen die Hutus die Tutsis traktiert und getötet haben, darunter auch Macheten. Die ausgestellten Schädel weisen teilweise Schlitze auf, die ihnen durch Macheten beigebracht wurden.

Faustin, dessen Frau seinerzeit ebenfalls in der Kirche umkam, führt uns durch die Gedenkstätte. Geduldig beantwortet er alle unsere Fragen. Faustin konnte jahrelang nicht lachen und sich der Gedenkstätte nicht nähern, so traumatisiert war er. Seitdem er seine Geschichte mittels The Work aufgearbeteitet hat, ist er wie ausgewechselt. Er kümmert sich um das Gelände der Gedenkstätte, das er früher wie die Pest gemieden hat. Er steht ruhig und gelassen vor dem Regal mit den Schädeln und Gebeinen der Verstorbenen, und damit auch vor den sterblichen Überresten seiner Frau. Und wir haben ihn lachen sehen!

Ein weiteres Stück Frieden für Ruanda.

Autor:

Mein Motto ist "Mens sana in corpore sano". Mein Ziel ist, die natürliche Balance und damit die Gesundheit eines Menschen wieder herzustellen. Dazu arbeite ich auf allen drei Ebenen Körper, Geist und Seele mit energetischen Heilmethoden.

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