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Kann ein Mensch interessanter sein als ein anderer?

Glaube ich das, so stehe ich mir selbst und meinen Beziehungen zu anderen im Weg. Ich spreche aus eigener, leidvoller, vergangener Erfahrung. Und neulich kam eine Klientin mit diesem Thema zu mir. Sie sagte, sie habe es ganz allgemein schwer mit anderen und habe kaum Freunde. Es sei schwierig, neue und gute Freunde zu finden.

Ein paar Fragen später zeigen sich zwei der dafür verantwortlichen Glaubenssätze:

  • „Um von anderen gemocht zu werden, muss ich interessant sein.“ und
  • „Andere sind interessanter als ich.“

Bei der Überprüfung des zweiten Satzes mit The Work of Byron Katie erkennt sie, wie schwierig diese eine Überzeugung ihre Beziehungen macht.

Wie reagiert sie, wenn die das glaubt? Wie lebt sie ihr Leben?

Sie vergleicht sich sehr viel mit anderen. Sie konzentriert sich dabei vorallem auf die Dinge, bei denen sie ihrer Meinung nach schlechter abschneidet. Sie geht davon aus, dass alle anderen das genauso sehen wie sie selbst. In der Folge fühlt sie sich klein und minderwertig. Sie macht innerlich zu und distanziert sich.

Sie ist nicht mehr offen für die Menschen um sich herum. Sie zieht sich quasi in ihr Schneckenhaus zurück und hängt ein Schild vor die Tür „geschlossen!“. Nur selten macht sich jemand die Mühe, diese Barriere aktiv aus eigenem Antrieb zu überwinden. Für sie der Beweis, dass sie weniger interessant ist als andere. Schließlich würde man ihr ja sonst mit offenen Armen begegnen, so ihre Annahme. Langsam wird ihr bewusst, dass sie selbst diejenige ist, die andere durch ihre zurückgezogene innere Haltung abschreckt.

Zudem betrachtet sie das Ganze wie eine unverrückbare Tatsache: „andere sind interessanter als ich“. Das macht die Situation für sie geradezu ausweglos. Vor ihrem geistigen Auge sieht sie sich selbst in der Zukunft mutterseelenallein. Fast alle anderen Menschen erscheinen ihr interessanter als sie selbst. Alle anderen sind zusammen und haben Spaß. Sie selbst hält sich abseits davon und leidet. Sie fühlt sich hilflos und hoffnungslos. Alles erscheint ihr grau und düster.

Im Rahmen der Umkehrungen lichtet sich das Dunkel: sie erkennt, dass es nicht wahr ist, dass andere interessanter sind als sie. Vielmehr sind alle Menschen gleichermaßen interessant.

Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Vorlieben und Abneigungen. Jeder hat seine ganz eigene Meinung darüber was er persönlich interessant findet. Die Frage, ob ein Mensch einen anderen interessant findet, ist also lediglich seine subjektive Meinung. Nichts weiter. Es gibt keine höhere Instanz die allgemeingültig für alle bestimmt, welche Eigenschaften und Qualitäten die Interessantheit eines Menschen ausmachen.

Damit ist es unmöglich, dass ein Mensch interessanter ist als ein anderer. Dies kann zwar die persönliche Meinung eines Menschen sein, jedoch niemals eine allgemeingültige Tatsache.

Jeder Mensch ist einzigartig und hat seine ganz eigenen Qualitäten. Darunter ist bei jedem einzelnen eine Menge Interessantes. Sie sieht, dass sie selbst viele Dinge an anderen Menschen als negativ bewertet und den Menschen in der Folge pauschal als uninteressant abstempelt. Ab diesem Urteil sieht sie nicht mehr hin. Sie ist für den Menschen nicht mehr offen. Kein Wunder, dass sie nicht wahrnimmt, was an ihm interessant ist!

Sie überlegt eine Weile und sagt dann, ihr falle kein einziger Mensch ein, an dem es absolut nichts Interessantes gibt. Nicht alles, was sie an anderen wahrnimmt, trifft ihre Vorlieben. Aber interessant ist es allemal.

Als ich sie einige Zeit später wieder treffe, wirkt sie entspannt. Sie erzählt mir strahlend, dass sie sich anderen gegenüber nun viel ebenbürtiger fühle und ihnen viel unbefangener begegne. Und seitdem sei es wesentlich einfacher geworden mit ihnen in Kontakt zu kommen. Ihr Rückzugsgebiet, das Schneckenhaus mit dem Schild „geschlossen!“, braucht sie nicht mehr.

Autor:

Mein Motto ist "Mens sana in corpore sano". Mein Ziel ist, die natürliche Balance und damit die Gesundheit eines Menschen wieder herzustellen. Dazu arbeite ich auf allen drei Ebenen Körper, Geist und Seele mit energetischen Heilmethoden.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Naja.. der Artikel ist für mich absoluter Schwachsinn! Natürlich gibt es einige Hobbys oder Vorlieben, die einige Menschen interessant finden und andere wiederum nicht. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Person an sich interessant ist! Warum gibt es Charismatische Menschen, die die Massen grade so anziehen? Vielleicht liegt es an den guten rhetorischen Fähigkeiten der Person oder weil diese Person etwas vorzuweisen hat, was sich viele andere wünschen. Aber man wird ganz sicher nicht nur deswegen beliebt, wenn man zufällig etwas mag, das andere auch mögen. Es gibt interessante und uninteressante Menschen. Ein Mensch wird dann uninteressant und langweilig, wenn seine Grenzen zu erkennen sind. Das ist traurig aber Fakt!

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    • Danke für deine Sicht der Dinge! Was ich in dem Artikel letztlich sagen möchte ist, dass jeder nur für sich selbst sprechen kann. Das gilt für dich genauso wie für mich genauso wie für alle anderen. Das bedeutet, dass eine einzelne Meinung keinen Fakt über einen Menschen bildet (und ihn damit interessant oder uninteressant macht) sondern eben nur eine Meinung ist.

      Du sagst „Ein Mensch wird dann uninteressant und langweilig, wenn seine Grenzen zu erkennen sind.“ – das ist also das, was für dich uninteressant und langweilig ist, und das muss noch lange nicht für andere gelten.

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  2. Pingback: Könnte es sein, dass sich Mohammed irrte? | Religion24

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