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Können Sie Nein sagen ohne einen guten Grund zu nennen?

Wobei der „gute Grund“ meist eher einer Rechtfertigung gleich kommt. Die meisten Menschen liefern gleich im Anschluss an ein Nein eine Erklärung dafür, und das ohne dass man sie danach gefragt hätte.

Das gilt für alle Lebenslagen, z.B. „Möchtest du ein Stück Kuchen?“„Nein danke, ich habe gerade erst zu Mittag gegessen und heute Abend gehen wir ins Restaurant, und wenn ich jetzt Kuchen esse dann habe ich später gar keinen Hunger mehr“. Oder auch „Bleibst du noch ein bisschen?“„Nein, ich muss jetzt schon gehen, ich muss morgen sehr früh aufstehen und bin letzte Nacht schon wachgehalten worden. Ich muss morgen wirklich fit sein, sonst schaffe ich das alles nicht“.

Kommen Ihnen solche Dialoge bekannt vor? Ich ertappe mich immer wieder mal dabei, trotz all der Arbeit mit The Work of Byron Katie, die ich schon gemacht habe.

Im Beispiel mit dem Kuchen ist ein einfaches „danke, nein“ völlig ausreichend. Im anderen Fall genügt ein „ich gehe jetzt“. Und doch nenne ich in solchen und anderen Fällen ab und zu ungefragt einen Grund. Oft erfinde ich dabei etwas Unwahres.

Was für ein Denkmuster verbirgt sich dahinter? Das könnte etwa so aussehen:

  • „Ich brauche einen Grund, um Nein zu sagen.“
  • „Dass ich nicht will, reicht für ein Nein nicht aus.“
  • „Ich brauche nicht irgendeinen Grund, sondern einen guten.“
  • „Mein wahrer Grund ist für mein Gegenüber nicht zumutbar.“ (z.B. „Dein Kuchen schmeckt mir nicht“ oder „Ich habe keine Lust mehr, noch länger da zu bleiben“)
  • „Wenn ich keinen guten Grund habe, dann muss ich einen erfinden.“
  • „Es ist besser, einen erfundenen Grund zu nennen als gar keinen“ (das heißt im Klartext: „Es ist besser zu lügen als nichts zu sagen“).
  • „Wenn ich einen guten Grund nenne, dann wird mein Gegenüber mein Nein besser akzeptieren.“
  • „Wenn mein Gegenüber mein Nein besser akzeptiert, dann denkt er nicht dass ich ihn nicht mag.“
  • „Wenn mein Gegenüber mein Nein besser akzeptiert, dann falle ich bei ihm nicht in Ungnade.“

Was mich umtreibt, ist also die Angst vor Ablehnung. Um dem zu entgehen, habe ich zwei Möglichkeiten:

  1. Ich esse den Kuchen, obwohl mir nicht danach ist, und handle damit gegen meine Wünsche und Bedürfnisse, d.h. ich behandle mich selbst nicht gut.
  2. Ich erfinde einen „guten Grund“ und lüge.

Mit der zweiten Variante versuche ich, mir die Zuneigung meines Gegenübers zu erkaufen. Ich versuche damit, unsere Beziehung positiv zu beeinflussen – mit einer Lüge! Als ob Lügen Beziehungen besser machen!

Ich verhalte mich damit nicht nur unehrlich sondern auch manipulativ, und das fühlt sich tief in meinem Herzen nicht gut an. Ich tue mir also selbst keinen Gefallen, wenn ich so handle. Abgesehen davon ist es höchst fragwürdig, ob eine Beziehung zwischen zwei Menschen auf diese Art und Weise wirklich gedeiht.

Was können Sie tun, wenn Sie sich in all dem wiederfinden?

Mit The Work of Byron Katie können Sie alle Überzeugungen überprüfen, die Sie daran hindern, ein Nein ohne Rechtfertigung auszusprechen oder zumindest ehrlich dabei zu sein. Sie können alles das hinterfragen, was Sie zwischenmenschlich befürchten, falls Sie keinen „guten Grund“ für Ihr Nein haben. Sie können das in meinem Workshop Klare Kommunikation gemeinsam mit anderen, oder aber für sich ganz alleine tun.

Ich habe für mich festgestellt, dass es letztlich immer darauf hinaus läuft, dass ich Angst habe ich könnte wegen eines Neins ohne guten Grund vom anderen abgelehnt werden, oder der andere fühlt sich von mir abgelehnt und zieht sich zurück. Ich fürchte um den Bestand der Beziehung.

„Nein“ sagen ist also nicht nur ein Kommunikations- sondern auch ein Beziehungsthema. Ich persönlich bin dazu mittels The Work of Byron Katie schon wesentlich gelassener geworden.

Autor:

Mein Motto ist "Mens sana in corpore sano". Mein Ziel ist, die natürliche Balance und damit die Gesundheit eines Menschen wieder herzustellen. Dazu arbeite ich auf allen drei Ebenen Körper, Geist und Seele mit energetischen Heilmethoden.

1 Kommentar

  1. Danke für deinen Blog! Es tut mir gut, mich selber dadurch zu sehen und mir meine Gedanken darüber zu machen. Und die Gedanken dann zu hinterfragen! ;-)

Kommentare sind geschlossen.