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Nyirabarera: „Mein Ehemann wurde von seinen Verwandten getötet“

Nyirabarera erzählt uns sie sei Witwe, und zwei ihrer Kinder seien im Kongo auf dem Weg ins Exil getötet worden. Ihr Ehemann sei von seinen Geschwistern verhext worden, nachdem sie über das Eigentum von Land gestritten hatten. Darauf hätten sie ihn durch vergiftetes Essen getötet. Sie habe ihn vor dem Essen gewarnt, er habe jedoch nicht auf sie gehört und es trotzdem gegessen. Danach sei er ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo allerdings keine Behandlung stattfand. Die folgende Woche verbrachte er zu Hause, dann sei er gestorben.

Wir sitzen in Nyirabareras kleiner Lehmhütte, sie ist sehr spartanisch ausgestattet. Drei kleine Holzbänke, ein Holzhocker, am Boden eine Bastmatte. An der Wand lehnt eine Holztür samt Rahmen. Mir gegenüber ist das einzige Fenster des Raumes, es hat keine Glasscheibe. Durch das Fenster kann ich den Hügel gegenüber mit Sträuchern, Bäumen und Bananenstauden sehen. Die Sonne scheint, dennoch wirkt der Raum sehr düster. Außer dem kleinen Fenster gibt es nur noch eine weitere Lichtquelle: die offene Tür um die Ecke.

Nyirabarera und ich nach ihrem The Work Prozess

Nyirabarera und ich nach ihrem The Work Prozess

Wir arbeiten an der Überzeugung: „Mein Ehemann wurde von seinen Verwandten getötet“. Sie beantwortet die ersten beiden Fragen mit „Ja“, sagt, sie sei absolut sicher, dass es so gewesen sei. Sie wirkt sehr ernst auf mich.

Der Gedanke lähmt sie regelrecht: sie fühlt sich unfähig irgendetwas zu tun, will mit niemandem reden, verdrängt. Sie will die Verwandten ihres Ehemannes nicht sehen und sie erst recht nicht in ihrem Haus haben. Sie fühlt sich krank, ihr ist schlecht, sie fühlt sich als habe sie Fieber, kann nichts essen. Sie behandelt sich selbst wie ein Nichts, hört auf zu beten und weint stattdessen oft stundenlang. Nyirabareras Gesichtsausdruck wirkt gequält, während sie ihre Reaktion beschreibt.

Ohne den Gedanken ist sie glücklich, ohne jegliche Probleme und das völlig natürlich, völlig automatisch. Sie sieht mich verblüfft an.

Sie kehrt den Gedanken um zu „Mein Ehemann wurde nicht von seinen Verwandten getötet“. Ganz langsam öffnet sie sich der Möglichkeit, dass dies genauso wahr oder sogar wahrer sein könnte wie der ursprüngliche Gedanke. Ihr fällt nun auf, dass zwischen dem von ihr verdächtigten Essen und dem Tod ihres Ehemannes eine ganze Woche lag. Zudem habe man ihn in der Klinik nicht behandelt, sondern wieder nach Hause geschickt. Die Todesursache könnte also etwas ganz anderes gewesen sein.

Sie denkt eine Weile nach und sagt dann, nachdem ihr Mann so jung gewesen sei sei sie bisher nie auf diese Idee gekommen. Sie dachte sein natürlicher Tod sei in diesem Alter unmöglich. Sie hatte angenommen das Essen sei vergiftet, weil es die erste Essenseinladung bei den Verwandten seit langem gewesen sei und sie Streit über das Eigentum von Land hatten. Vielleicht sei die Einladung jedoch ein Versuch der Verwandten gewesen, den Familienfrieden wieder herzustellen. Vielleicht war das Essen völlig in Ordnung.

Nyirabarera erkennt, dass sie keinerlei Beweise dafür hat, dass das Essen vergiftet war, vielmehr hatte sie sich ihren eigenen Reim auf die Geschehnisse gemacht und die Worte anderer geglaubt, bei denen sie sich nach dem Tod Ihres Ehemannes ausgeweint hatte. Sie sieht mich nachdenklich an und vermutet dann, ihr Ehemann sei wohl gar nicht verhext gewesen.

Nyirabarera äußert, sie sehe nun, dass es falsch war, die Verwandten ihres Ehemannes zu beschuldigen. Ihr Gesichtsausdruck hat sich sichtbar entspannt.

Dann stellt sie sich der zweiten Umkehrung: „Mein Ehemann wurde von mir getötet“. Ja, sagt sie, indem sie die Geschichte erfunden habe, dass er umgebracht wurde. Und indem sie diese Geschichte all die Jahre in Gedanken wieder und wieder durchgespielt hatte. Sie sagt es sei ihr noch nie aufgefallen, dass sie ihren Ehemann damit in Gedanken immer wieder sterben lässt, ihn praktisch mental umbringt.

Nyirabarera strahlt, sie umarmt mich. Sie hält meine Hand, ihre Handinnenflächen sind ganz rauh, fühlen sich an wie Sandpapier. Sie sagt sie sei überglücklich, denn ich hätte Gold in ihr Haus gebracht. Sie sei mir zutiefst dankbar und spricht den Wunsch aus, ich möge sie wieder einmal besuchen. Ich bin zu Tränen gerührt, der Abschied fällt mir schwer.

Als ich gehe, nehme ich die Gewissheit mit, dass es in Ruanda wieder ein Stückchen mehr Frieden gibt!

Autor:

Mein Motto ist "Mens sana in corpore sano". Mein Ziel ist, die natürliche Balance und damit die Gesundheit eines Menschen wieder herzustellen. Dazu arbeite ich auf allen drei Ebenen Körper, Geist und Seele mit energetischen Heilmethoden.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Coco,

    natürlich erinnere ich mich an dich, du warst auf der School im Oktober 2008 ja in „meiner“ Gruppe. Freut mich, von dir hier zu lesen! Sehr gerne würde ich dich bei Gelegenheit mal wieder sehen.

    Ruanda war so bereichernd und bewegend zugleich, dass ich das irgendwann wieder machen möchte. Vielleicht klappt es ja dann auch mal für dich.

    Schöne Weihnachten & alles liebe!

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  2. Hallo, liebe Christina, erinnerst du dich an mich ? Ich war mit Katja hengl in the school Nov 2008 – habe von kati von dem Kontakt zu dir gehört und so auf deinber webside gelandet – eine sehr ansprechende ! Deine geschichte von Ruanda ist sehr bewegend, ich hatte schwer überlegt, auch mit zufahren und Kontakt zu costas gehalten – dir schöne Feiertage und ich würde mich freuen, dich vielleicht durch Katja einmal wieder zu sehen – ganz liebe Grüsse Coco

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