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Trennung oder nicht Trennung?

Kürzlich kam ein Klient mit dem Schmerzen einer frischen Trennung zu mir. Seine Frau habe einen Liebhaber und sei Hals über Kopf ausgezogen. Das könne er nicht verwinden. Wir arbeiten also zunächst an der Überzeugung „Ich will, dass sie zu mir zurück kommt“. Er beantwortet die vier Fragen von The Work of Byron Katie und gelangt dann zur ersten Umkehrung: „Ich will nicht, dass sie zu mir zurück kommt“.

Zu seiner eigenen Überraschung stellt er nun fest, dass es jede Menge Dinge gibt, die ihn an ihr schon lange Zeit stören. Beispielsweise, dass sie für seinen Geschmack zu viel und zu lange fernsieht, dass sie ihn oft für Kleinigkeiten kritisiert und auch dass sie seine Hobbys nicht teilt.

So deutlich habe er sich das noch nie vor Augen geführt, sagt er. Offenbar hatte sich bei ihm nach vielen Enttäuschungen eine Menge Frust und Enttäuschung angesammelt. Auf einmal ist er sich nicht mehr so sicher, ob er sie wirklich zurück haben will.

Doch so einfach ist es nicht, so ganz kann er sich damit nicht anfreunden. Dem gehe ich mit gezielten Fragen nach. Wenig später ist klar, woher seine Widerstände rühren: Er möchte nicht noch einmal „von vorne anfangen“. Eine neue Partnerin zu suchen sei viel zu anstrengend. Er wisse ja nicht einmal, wo er nach einer neuen Partnerin suchen solle.

Abgesehen davon rechne er sich dabei nicht allzu gute Chancen aus, denn er sei ein schwieriger Mensch. Er sei oft launisch und mürrisch. Seine Frau habe das ertragen, bei anderen Frauen zweifle er diese Bereitschaft stark an. Deshalb sei er bereit, seiner Frau alles zu verzeihen und wünsche sich nach wie vor, dass sie zu ihm zurück komme. Trotz all der Dinge, die er an ihr nicht mag.

Mit anderen Worten: aus Angst, keine neue Partnerin zu finden die ihn erträgt und um sich die Anstrengung zu ersparen eine Beziehung neu aufzubauen wäre er bereit, dauerhaft im Alltag eine Menge von Dingen hinzunehmen, die ihm zutiefst widerstreben. Er wäre bereit, weiterhin kontinuierlich seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu missachten.

So wie er das in der Vergangenheit tat, als er noch mit seiner Frau zusammen lebte. Er erkennt, dass er sich damit selbst verkauft. Dass seine Frau nun ausgezogen ist, schützt ihn also auch ein Stück weit davor, sich selbst schlecht zu behandeln.

Dieses Denkmuster kann ich nachfühlen, wenngleich bei mir in der Vergangenheit andere Gründe dafür ausschlaggebend waren in einer eher eingeschränkt glücklichen Beziehung zu bleiben. So dachte ich beispielsweise, dass es unheimlich schwierig sei jemanden zu finden, der wirklich zu mir passt. Zum damaligen Zeitpunkt kannte ich The Work of Byron Katie noch nicht und konnte nicht überprüfen, ob das wahr ist. Also blieb alles wie es war. In meiner Prioritätenliste kam zuerst kam die unglückliche Beziehung, danach kamen meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse.

Wie ist es mit Ihnen? Nehmen Sie in Ihrer Beziehung Dinge hin, die Ihnen nicht gut tun? Handelt es sich dabei um Kleinigkeiten oder größere Dinge? Was hindert Sie daran, für Abhilfe zu sorgen oder zu gehen?

Was auch immer das ist, es lässt sich mit The Work of Byron Katie überprüfen und durchschauen. Meinen Klienten unterstütze ich aktuell dabei, an seinem Selbstbild und an seinem „Unwohlsein“ bezüglich einer möglichen, neuen Beziehung zu arbeiten. Die Trennung von seiner Frau sieht er inzwischen schon wesentlich gelassener.

Autor:

Mein Motto ist "Mens sana in corpore sano". Mein Ziel ist, die natürliche Balance und damit die Gesundheit eines Menschen wieder herzustellen. Dazu arbeite ich auf allen drei Ebenen Körper, Geist und Seele mit energetischen Heilmethoden.

14 Kommentare

  1. Hallo Christina,

    Super Hilfreicher Artikel, vielen Dank dafür. Ich selbst habe auch erst kürzlich eine Trennung hinter mir und kann seine Denkweise sehr gut nachvollziehen. Sehr guter Ansatz an seiner Überzeugung, seine Ex unbedingt zurück zu wollen zu arbeiten. Um so an das wahre Problem heran zu kommen.

    Grüße
    Dominik

  2. Dass seine Frau nun ausgezogen ist, schützt ihn also auch ein Stück weit davor, sich selbst schlecht zu behandeln.
    Diese Zusammenführung von Realität und eigenem Nutzen…so schön hier herausgearbeitet. DANKE

  3. Hallo Frau Syndikus, vielen Dank für dieses Beispiel!
    Allerdings ist es bei mir so, dass mich The Work von Byron Katie manchmal verwirrt. Ich meine in Bezug auf die Beziehung zu meinem Freund. Ich mache zur Zeit eine Verhaltenstherapie und das hat mir wirklich viel geholfen, auch um mich von ihm zu trennen. Grund ist, dass wir miteinander nicht klarkommen. Die Zweisamkeit klappt nicht. Wir können nicht miteinander reden, es ist mühsam für beide und trotzdem gibt es etwas was uns zusammenhält. Mein Ex und ich haben uns neulich ein paar Mal getroffen. Gefühle sind noch da, aber ich merke wie schnell wir wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Ich fühle mich einfach nicht „frei“ wenn ich mit ihm zusammen bin. Nach The Work müsste ich doch mit seiner Kritik klar kommen. Es ist ja sein Job mich zu kritisieren und ich müsste darin was Positives sehen. Worauf ich hinauswill: Woher weiß man denn wann es besser ist definitiv die Beziehung sein zu lassen? Was ist wenn ich an meine Verhaltensmuster arbeite, er aber nicht? Danke, Viele Grüße, Julia S.

    • Es ist durchaus meine Erfahrung, dass ich an der Kritik anderer das Positive sehen kann. Wenn ich die dahinterliegenden Themen bearbeitet habe und damit im Reinen bin, dann kann ich das auch sofort und ohne, dass es mir unangenehm ist. Schmerzt es mich hingegen, so ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass meine Work zu diesem Thema noch nicht getan ist.

      Nach meiner Erfahrung habe ich nicht die „Entscheidungsgewalt“ darüber, ob ich mich trenne oder nicht. Entweder es passiert, oder nicht. Entweder ich habe eines Tages den Impuls mich zu trennen, welcher dann wie jeder andere Gedanke auch einfach aus dem Nichts auftaucht, oder nicht. Ich habe vor langer Zeit mal den Gedanken überprüft, ich hätte Einfluss auf den Fortbestand einer Beziehung. Das Ergebnis war, dass das nicht wahr ist. Was man auch noch überprüfen kann ist „Ich treffe eine Entscheidung“. Auch das hat sich für mich als unwahr herausgestellt. Und so folge ich eben den Gedanken und Impulsen, die aus mir heraus kommen. Das habe ich vorher auch schon gemacht, allerdings war ich mir dessen nicht bewusst, sondern dachte, ich treffe hier die Entscheidungen.

  4. Ja da muss ich Ute zustimmen. Leider funktioniert das mit der Liebe alles andere als rational. :(

  5. Wenn eine Trennung ordentlich vollzogen wird dann spricht das sehr für die beiden Trennenden.
    Wenn deine Frau sich wieder verliebt hat, war das vielleicht nicht ihre Absicht, gegen die Liebe kann man nichts tun.

  6. der Ordnung halber möchte ich berichtigen, daß meine Frau eine faire, saubere Trennung vorbildlich vollzogen hat und keinen Liebhaber in unserer Beziehung hatte. Das ist mir sehr wichtig im nachhinein richtig zu stellen.

  7. also, ich habe den kampf verloren. Es stimmt, die Liebe kann ich nicht abstellen, aber ich glaube den Weg gefunden zu haben, um ein agreement mit mir selbst abzuschliessen, da ich entschieden habe weiter zu leben…..und das war in manchen minuten des schmerzes nicht ganz klar. Allein diese Zeilen hier zu lesen, haben mir Mut gemacht. Danke.

  8. Hi, wusste nicht das ich hier eine antwort bekomme, toll…. habe sie gerade gelesen. es ist besonders schwer, wenn man sich ganz objektiv gesehen die schuld an der trennung gibt. man hat es versemmelt und hat keine chance mehr zu zeigen, dass es noch anders gehen wuerde. sicher kann ich vieles schlecht sehen am partner, trotzdem liebe ich ihn, aber wo ist seine liebe geblieben. man hatte vereinbarungen, sentimentale versprechen und das alles soll ploetzlich vorbei sein. Wie kann man seine Liebe abstellen, damit man nicht daran zugrunde geht. Es geht an Geist, Koerper und Psyche. Erschwerend wenn ein Kind im Spiel ist und alles darauf aufgebaut war. Es gleicht einer Ohnmacht. Noch nie war das Gefuehl in mir so gross.

    • Nach meiner Erfahrung ist es nicht möglich, seine Liebe abzustellen. Das einzige was ich tun kann ist, alle meine schmerzvollen Gedanken in dem Zusammenhang mit The Work zu überprüfen.

      Es kann sein, dass es eine Weile dauert bis man die Dinge klarer sieht und sich eine gewisse Erleichterung einstellt. Es heißt nicht umsonst „The Work“. Für mich hat sich der Aufwand bisher immer gelohnt – jedes einzelne Mal. Und wenn ich das kann, dann kannst du das auch!

      Liebe Grüße
      Christina

  9. ganz toll, habe ich selbst vor kurzer Zeit so erlebt, erkannt und versuche es wie beschrieben umzusetzen. Aber eins bleibt auf der Strecke, man macht immer nur einen ersatzdeal, weil wer sagt denn ob man nicht wirklich geliebt hat, und die Liebe würde alle Schwächen überwinden und das neue wäre nur alternativ.ein schwacher trost oder ist man nur unverbesserlich????

    • Lieber Rafael,

      siehst du deine ehemalige Partnerin immer noch als „the one and only“? Aus deinem Beitrag lese ich folgende Überzeugungen heraus:

      „Mit einer anderen Partnerin mache ich nur einen Ersatzdeal.“ (mit anderen Worten: „Eine neue Partnerschaft kann niemals so gut werden wie die alte war.“)
      „Liebe überwindet alle Schwächen.“
      „Das neue ist nur alternativ.“

      Solange du das glaubst, tut dir die Trennung weh. Und wie Katie gerne zu sagen pflegt: „ich lade dich ein, mir nicht zu glauben, sondern es für dich selbst auszuprobieren“. Das bedeutet: du kannst die obigen Sätze mit The Work of Byron Katie überprüfen und sehen was du findest!

      Ich wünsche dir ein gutes neues Jahr!

      Liebe Grüße
      Christina

  10. Hallo Christina, gefällt mir gut dein blog – weiter so, macht Spass zu lesen – ganz liebe Grüpsse dir und Frohes fest -Coco

    • Hallo Coco,

      schön, von dir zu hören! Freut mich, dass dir mein Blog gefällt. Wünsche auch dir wunderschöne Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

      Herzlichst,
      Christina

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