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Warum es sich empfiehlt, zur Zubereitung von Fleisch Einweghandschuhe zu tragen

Nein, das ist kein Scherz. Eine erkleckliche Menge des auf dem Markt befindlichen Fleisches ist kontaminiert mit multiresistenten Keimen, die bei Berührung auf den Menschen übergehen können. Dies berichtet Arte in seiner Dokumentation „Killer-Keime – Gefahr aus dem Tierstall“ vom 09.01.2014. Was es damit auf sich hat.

Gebrauchsanweisung eines Messers: sofort spülen, um die Übertragung von Keimen von Fleisch auf Gemüse zu verhindern

Alle Fleischsorten sind betroffen.

Egal ob es sich um Frischfleisch oder aufgetaute Tiefkühlware handelt und welche Fleischsorte es ist: Forscher fanden auf 30% aller untersuchten Fleischproben aus Massentierhaltung die multiresistenten Keime MRSA und ESBL.

Gegen einen multiresistenten Keim ist „kein Kraut gewachsen“.

Multiresistente Keime sind immun gegen jede Form von Antibiotika. Bisher kennt man solche Keime nur aus Kliniken. Inzwischen findet man sie immer öfter in Tierställen, besonders bei Massentierhaltung.

Viele Menschen wissen nicht, dass sie Träger eines solchen multiresistenten Keims sind. Antibiotika wirkt für sie nicht mehr. Auch nicht Reserveantibiotika, auf die man eigentlich nur in Ausnahmefällen zurückgreift.

Wie man sich so einen Keim einfängt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten:

  1. MRSA und ESBL Keime aus Stallstaub gelangen über die Abluft nach draußen. In einem Kilometer Entfernung von Tierbetrieben wurden sie noch gefunden. Das Risiko für Anwohner ist (offiziell) noch ungeklärt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass kontaminierter Stallstaub im Gebiet um den Stall flächendeckend niedergeht und dabei nichts und niemanden ausspart.
  2. Beide Keime werden mit der Gülle auf Feldern verbreitet und wurden sogar schon in Bio-Gemüse nachgewiesen. Auch kann die mit den Keimen kontaminierte Abluft von Tierställen auf Feldern niedergehen.
  3. Die Keime sind von konventioneller Bestellung noch im Boden vorhanden. Offenbar halten sie sich dort einige Jahre. So können auch Bio-Felder betroffen sein, die früher konventionelle Felder waren und noch nicht so lange umgewandelt sind.

Die Keime verlassen also die Tierställe und können dann mit dem Menschen in Berührung kommen.

Und dann gibt es noch eine Möglichkeit: durch Berührung mit rohem Fleisch.

Berührt man rohes Fleisch, das MRSA- oder ESBL-Keime trägt, und hat man eine Wunde, so kann der Keim in den Körper eindringen. Dies kann z.B. bei der Zubereitung von Fleisch passieren.

Daher empfiehlt das Robert-Koch-Institut, bei der Zubereitung Einweg-Handschuhe zu tragen.

Dass solche Keime auf ganz gewöhnlichem Supermarkt-Fleisch zu finden sind, ist übrigens nichts Neues. Bereits Anfang 2012 schrieb dies schon die Süddeutsche Zeitung: Resistente Bakterien auf Geflügel – Wie gefährlich sind die Keime?

Solche Keime kann man locker in der ganzen Küche verteilen.

Doch damit nicht genug. Die Keime können auf alles übertragen werden, was mit kontaminiertem rohem Fleisch in Berührung kommt. Auf Hände, Messer, Schneidbretter, das Spülbecken etc.. Das nächste, was mit dem selben Messer oder auf dem selben Schneidbrett geschnitten wird oder das in das selbe Spülbecken gelegt wird, kann ebenfalls befallen werden.

Holt der Koch noch schnell etwas aus dem Kühlschrank, können die Keime z. B. auf den Griff übertragen werden. Der nächste, der an den Kühlschrank geht, kann sie dort aufsammeln.

So verteilen sich die Keime schnell in ganzer Küche.

Was passiert, wenn man sich so einen Keim eingefangen hat.

Im besten Fall nichts. Im unangenehmsten Fall kann der Keim in der Blutbahn des Menschen zu einer Blutvergiftung führen. Die Keime können dann jedes Organ befallen und dieses zum Versagen bringen. Im nicht ganz so unangenehmen Fall wird „nur“ ein Furunkel oder Abszess ausgelöst.

Die meisten Tier-Züchter sind inzwischen MRSA positiv. Nicht alle entwickeln auch die Krankheit, tragen aber eine Art tickende Zeitbombe in ihrem Körper. Was, wenn das Immunsystem mal nicht so „fit“ ist?

Die Ursache: Antibiotika in der Tierhaltung.

In der konventionellen Tierhaltung bekommen die Tiere regelmäßig größere Mengen von Antibiotika verabreicht. Fast alle Tiere sind damit vollgepumpt, meist erhalten sie drei bis acht verschiedene Mittel gleichzeitig (!).

Für die Tierärzte ist der Arzneimittel-Verkauf offenbar sehr lukrativ. Erkrankt in einem Großstall ein einziges Tier, wird der ganze Stall gleich mit behandelt. Solange die Entlohnung eines Tierarztes sich maßgeblich nach der Menge der verabreichten Antibiotika richtet, wird er die Behandlung eines ganzen Stalls wohl so schnell nicht zugunsten der Untersuchung und Behandlung einzelner Tiere aufgeben.

Um die weitere Verbreitung von MRSA und ESBL aufzuhalten müsste man vermutlich völlig auf Antibiotika in der Tierhaltung verzichten. Eine Reduzierung auf die Hälfte der Menge reicht nicht aus, so schätzt man.

Und nun?

Aus meiner Sicht kann das ganze nur von Seiten des Verbrauchers gestoppt werden. Idealerweise durch einen konsequenten Umstieg auf eine vegane Lebensweise. Dann bräuchten wir überhaupt keine Tierställe mehr.

Diejenigen, für die das nicht in Frage kommt, könnten zumindest auf Produkte aus Massentierhaltung verzichten und nur noch Bio kaufen. Erst wenn es keinen Absatz-Markt für Produkte aus Massentierhaltung mehr gibt, wird diese von der Bildfläche verschwinden.

Danach sieht es momentan allerdings nicht aus. Die meisten Verbraucher haben es gerne billig, „koste es was es wolle“. Im übertragenen Sinne natürlich.

Autor:

Autor: Christina Syndikus

Mein Motto ist "Mens sana in corpore sano". Um die natürliche Balance und damit die Gesundheit eines Menschen wieder herzustellen, arbeite ich auf allen drei Ebenen Körper, Geist und Seele mit energetischen Heilmethoden.

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